Berufe mit Tieren: Was ist ein Dogsitter?

Dogsitter
A woman is walking different breeds of dogs simultaneously in a park

„Mein Hund kann nicht alleine bleiben, deshalb brauche ich jemanden, der ab und zu auf ihn aufpasst.“ Das ist einer von verschiedenen Gründen, weshalb Hundehalter auf die Unterstützung eines Dogsitters zurückgreifen. Doch nicht nur Vierbeiner mit Trennungsangst gehören zu seinem Aufgabengebiet. Auch andere Hunde werden gelegentlich oder regelmäßig durch professionelle Dogsitter betreut. Es kann sein, dass die Tierhalter in den Urlaub fahren, ein plötzlicher Krankenhausaufenthalt ansteht oder die Besitzer berufstätig sind.

Doch was genau macht so ein Dogsitter? Kannst du diesen Beruf lernen? Und welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, um als Dogsitter arbeiten zu dürfen?

Diese Fragen und noch mehr beantworte ich dir in diesem Artikel.

Was genau macht ein Dogsitter?

Ein Dogsitter ist eine Person, die Hunde betreut. Die Bezeichnungen Hundesitter oder Hundebetreuer sind genauso zutreffend und werden oft stellvertretend genutzt. Vielleicht hast du auch schon mal von einem Dogwalker gehört. Grob übersetzt heißt dieser Ausdruck „Hunde-Geher“ und beschreibt eine Person, die Hunde ausführt. Auch diese Bezeichnung lässt sich anstelle des Dogsitters verwenden.

Ein Hund sitzt ängstlich schauend inmitten im Chaos
Manche Hunde haben Angst vor dem Alleinsein.

Auf den ersten Blick hört sich Hunde zu betreuen nach einer verlockenden Tätigkeit an. Du hast mit verschiedensten Vierbeinern zu tun, bist an der frischen Luft und hast viel Abwechslung. Doch genau diese Punkte können gleichzeitig zu den Schattenseiten dieses Berufs werden.

So süß manche unserer Fellfreunde sind, so anstrengend oder herausfordernd können andere sein. Du musst als Dogsitter auch mit schwierigen Hunden umgehen können, mit ängstlichen oder aggressiven. Deshalb brauchst du neben einer großen Portion Tierliebe eine mindestens genauso große Portion Sachkenntnis. Schließlich musst du dich nicht nur auf das jeweilige Tier selber einstellen, sondern auch die Hunde im Sozialkontakt untereinander richtig einschätzen und händeln können.

Die Tätigkeitsfelder eines Dogsitters

Wie genau ein Dogsitter arbeitet, hängt von verschiedenen Faktoren ab.

  • Es gibt solche, die eigene Räumlichkeiten haben, in denen sie Hunde stunden- oder tageweise betreuen. Hier müssen bestimmte Voraussetzungen seitens des Veterinäramts erfüllt sein, auf die ich im Artikel später noch eingehe.
  • Andere Dogsitter holen ihre Schützlinge in ihrem Zuhause ab, gehen mit ihnen spazieren und bringen sie zurück. Manche gehen immer nur mit einem Hund, andere mit mehreren gleichzeitig.
Ein Dogsitter muss bei Hundekontakten wissen, was zu tun ist.

Ob du die Hunde bei dir zu Hause betreust oder mit ihnen Gassi gehst: du brauchst auf jeden Fall eine gute Kondition und solltest nicht zimperlich sein. Dreck, schlechtes Wetter, Kälte oder auch Hitze sind Faktoren, die die Arbeit als Dogsitter manchmal ganz schön erschweren.

Die Aufgaben eines Dogsitters

Neben dem Gassigehen bzw. der Betreuung kann ein Dogsitter auch noch weitere Aufgaben übernehmen, zum Beispiel diese:

  • Tierarztbesuch
  • Begleitung zum Hundefriseur
  • Beschäftigung des Hundes durch Spielen
  • Fellpflege
  • Gabe von Medikamenten
  • Training nach Vorgaben des Besitzers

All das unterliegt letztendlich deinen Vorlieben, deiner Qualifikation und auch den Wünschen der einzelnen Tierhalter.

Wie werde ich Dogsitter?

Dogsitter ist kein anerkannter Ausbildungsberuf. Das bedeutet, dass sich jeder als Dogsitter bezeichnen kann. Doch je besser du qualifiziert bist, umso besser sind auch deine Chancen auf Erfolg. Um das nötige Fachwissen sowie Erfahrung zu erlangen, ist deine Eigeninitiative gefragt.

  • Du musst dich mit hundlichem Ausdrucksverhalten auskennen und die Kommunikation der Hunde verstehen.
  • Du benötigst Wissen über Hundehaltung und Hundeerziehung.
  • Du solltest die Grundlagen der Ersten Hilfe kennen.
Golden Retriever macht Platz auf einer Wiese
Auch das Trainieren kann zu den Aufgaben gehören.

Möchtest du eine Hundetagesstätte betreiben, dann brauchst du entweder einen Sachkundenachweis oder eine Ausbildung zum Tierpfleger. Darüber hinaus musst du dich bei deinem Veterinäramt und deiner Gemeinde erkundigen, welche Voraussetzungen du für den Betrieb erfüllen musst. Selbst wenn du Hunde in deiner eigenen Wohnung betreuen möchtest, brauchst du dazu das Einverständnis der Behörden.

Persönliche Voraussetzungen

Um erfolgreich als Dogsitter zu arbeiten, sind gewisse unternehmerische Qualitäten notwendig. Du musst dich um Dinge wie Buchführung sowie die Kalkulation deiner Preise kümmern, dich selber sehr gut organisieren können und für einen passenden Versicherungsschutz sorgen. Dazu zählt neben der Krankenversicherung vor allem eine Haftpflicht, die deine Tätigkeit als Dogsitter abdeckt.
Solltest du dich mit all dem noch nicht auskennen, ist das kein Ausschlusskriterium. Vieles davon lässt sich lernen, doch dazu musst du die entsprechende Bereitschaft mitbringen. Außerdem sind folgende persönliche Voraussetzungen für den Beruf als Dogsitter hilfreich:

  • Geduld
    Du solltest dich nicht so leicht aus der Ruhe bringen lassen, weder durch die Hunde noch durch andere Menschen.
  • Verantwortungsbewusstsein
    In der Zeit, in der du den Hund betreust, bist du für sein Wohlergehen verantwortlich. Das solltest du dir immer bewusst machen.

    Zwei Hunde an der Leine beschnüffeln sich aufgeregt
    Du bist während der Betreuung für das Wohl des Tieres verantwortlich.
  • Zuverlässigkeit
    Nicht nur die Besitzer der Tiere verlassen sich auf dich, sondern auch die Hunde sind auf deine Zuverlässigkeit angewiesen. Informiere die Hundehalter, wenn etwas Unvorhergesehenes passiert oder du einen Termin nicht einhalten kannst.
  • Verständnis, Einfühlungsvermögen und Kritikfähigkeit.
    Du musst dich nicht nur auf die unterschiedlichen Tiere einstellen, sondern auch auf ihre Besitzer. Sie haben unter Umständen andere Vorstellungen vom Umgang mit dem Tier als du. Solche Dinge darfst du nicht persönlich nehmen.
  • Entscheidungsfähigkeit
    Es kann immer zu einer kritischen Situation kommen, zum Beispiel einer Rauferei. In so einem Fall, aber auch anderen, solltest du einen kühlen Kopf bewahren und eigenverantwortlich handeln können.
  • Professionelle Distanz
    Du wirst in diesem Beruf auch Dinge erleben, die dir nicht gefallen, dich aufregen oder dich sogar in deiner Freizeit beschäftigen. Du musst dir im Klaren darüber sein, wo deinen Grenzen liegen, damit du dich an solchen Situationen nicht aufreibst.

Ausbildung zum Dogsitter

Lediglich für Betreiber einer Hundepension bzw. Hundetagesstätte sind der Sachkundenachweis oder die Ausbildung zum Tierpfleger vorgeschrieben. Als Dogwalker oder Dogsitter benötigst du keinen speziellen Lehrgang seitens der Behörden, dennoch macht die Teilnahme Sinn. Du eignest dir nicht nur hilfreiches Wissen an, sondern kannst auch gegenüber deinen Kunden etwas nachweisen.

Ein Hund beißt in seine Leine und zieht rückwärts
Bei manchen Hunden sind viel Geduld und Fachwissen gefragt.

Inzwischen gibt es verschiedene Institute, die spezielle Sachkundelehrgänge mit einer Prüfung anbieten, zum Beispiel diese:

Weitaus umfangreicher und entsprechend teurer sind die Ausbildungen zum Hundetrainer oder Tierpfleger. Eine höhere Qualifikation kann dir später jedoch dabei helfen, höhere Preise zu berechnen bzw. dein Einsatzfeld zu erweitern.

Was verdient ein Dogsitter?

Als Dogsitter wirst du mit hoher Wahrscheinlichkeit selbstständig arbeiten, denn die Möglichkeiten für ein Angestelltenverhältnis, zum Beispiel in einem Tierheim, sind begrenzt. Das bedeutet, du musst deine Preise richtig kalkulieren, um langfristig davon leben zu können. (Dazu weiter unten mehr.)

Wie hoch du letztendlich deine Preise ansetzen kannst, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Da ist zum einen der Standort. Der Bedarf an Hundebetreuung ist in Städten oft höher als auf dem Land. Gleichzeitig hast du dort in der Regel aber auch mehr Mitstreiter. Je mehr Konkurrenz vorhanden ist, umso eher kann ein Preiskampf entstehen, wenn du deine Vorteile nicht herausstellst.

Ein solcher Vorteil kann deine Qualifikation sein. Ohne jegliche Aus- oder Fortbildungen wirst du schwer hohe Preise erzielen können. Umgekehrt bedeutet das, dass sich Weiterbildungen nicht nur in Bezug auf dein Fachwissen lohnen, sondern sich auch finanziell positiv auswirken.

Behandlung von Würmern bei Katze und Hund
Manche Dogsitter übernehmen auch Tierarztbesuche.

Ebenfalls mit in den Verdienst spielt rein, welche Leistungen du genau anbietest. Für reines Spazierengehen werden die Hundehalter weniger bezahlen wollen, als wenn du zusätzlich zum Beispiel mit dem Hund trainierst oder Tierarztbesuche übernimmst. Wichtig ist jedoch zu wissen, dass du für das Hundetraining eine entsprechende Hundetrainer-Ausbildung benötigst sowie die Erlaubnis nach §11 des Tierschutzgesetzes.

Alles Wissenswerte um die Arbeit als Hundetrainer erfährst du demnächst in einem gesonderten Beitrag.

Als grobe Richtlinie für den Verdienst als Dogwalker kannst du diese Zahlen annehmen:

  • Beim Hundesitting bewegen sich die Preise ca. zwischen 5 Euro und 20 Euro pro Stunde, abhängig vom Aufwand, der Gruppengröße und eventuellen weiteren Leistungen.
  • Bietest du eine Ganztagsbetreuung inklusive Übernachtung an, werden bis zu 35 Euro pro Tag berechnet.

Selbstständig als Dogwalker – Preise kalkulieren

Um von den Einnahmen als Dogsitter leben zu können, musst du neben genügend Kunden auch deine Preise vernünftig kalkulieren.
Dabei kommt es nicht nur darauf an, was andere Dogwalker berechnen.

Sheltie sitzt auf Badezimmerteppich vor einem Verband und einer Verbandsschere.
Ein Dogsitter sollte mit Erster Hilfe beim Hund vertraut sein

Du musst für eine rentable Preisberechnung unter anderem all diese Punkte einbeziehen:

  • Ausgaben für Versicherung (Berufshaftpflicht, Kranken- und Sozialversicherungen)
  • Fortbildungen
  • dein eigener Verdienst, den du erzielen musst (sprich alle Lebenshaltungskosten, die du selber hast)
  • Steuern
  • eventuell Raummiete
  • Kosten für Werbung
  • Spritkosten
  • mögliche Krankheits- und Ausfalltage
  • und vieles mehr.

Wenn du dich mit dem Erstellen eines Businessplans und einer Preiskalkulation noch nicht auskennst, ist das nicht tragisch. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, zu diesen Themen eine Fortbildung zu besuchen und die Grundlagen zu erlernen.

Fazit

Ich selber habe, neben meiner Tätigkeit als Hundetrainerin, gelegentlich als Dogsitter gearbeitet und weiß, wie herausfordernd das sein kann. Mit mehreren Hunden gleichzeitig spazieren zu gehen, ist nicht immer einfach. Es erfordert deine volle Konzentration und zudem körperliche Fitness. Gleichzeitig bietet dir dieser Beruf natürlich auch viele schöne Momente. Um erfolgreich auf diesem Gebiet zu arbeiten, brauchst du neben der Liebe zum Tier umfangreiches Fachwissen und unternehmerisches Denken. Nur so lässt sich der Spaß mit dem Geldverdienen verbinden.

Möchtest du gerne als Dogsitter arbeiten oder hast du sogar schon Erfahrungen gesammelt?

Was reizt dich an dem Beruf ganz besonders?

Teile es gerne mit uns in den Kommentaren.


Bildcredit: (c) kipgodi - depositphotos.com


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About Nima 197 Articles
Ich bin Nima und lebe zusammen mit drei liebenswerten Hunde-Mädels. Als ausgebildete Hundetrainerin liegt mir ein respektvoller Umgang mit unseren Vierbeinern sehr am Herzen.

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