Labrador Erziehung leicht gemacht

Meine Erfahrungen mit einem Labrador

Labrador Retriever sind freundliche Familienhunde, die trotzdem eine gute Erziehung brauchen.

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Wenn dich ein Labrador anschaut, dann fragt sich jeder: Können diese Augen trügen? Nein, können sie nicht. Genau das macht die Erziehung eines Labradors allerdings zu einer Herausforderung.

Wieso das so ist, das schauen wir uns gleich an. Vorher werfen wir einen Blick auf die Eigenarten eines Labradors, damit du ihn besser verstehst.
Bei der Erziehung musst du nämlich auf ganz andere Dinge achten, als du vielleicht gedacht hattest.

Der Labrador ist ein sehr lehrsamer und liebenswerter Familienhund. Die Rasse wurde dafür gezüchtet, das erlegte Wild zum Jäger zu apportieren (ohne dabei einen Happen davon zu nehmen). Das super freundliche Wesen des Labrador birgt jedoch seine Tücken in der Erziehung, die leicht übersehen werden können.

Der Labrador und seine Eigenarten

„Guck mal, wie sehr der sich freut!“

Wie sehr sich ein Labrador über deine Anwesenheit freuen kann, auch wenn du nur zweieinhalb Minuten aus dem Raum raus warst, weißt du vermutlich nur zu gut.  Bei deiner Rückkehr wedelt nicht nur der Schwanz, sondern direkt der ganze Hund. Seine Begeisterung ist so ansteckend, dass bestimmt du selber, aber auch deine Freunde darauf mit ausgiebigem Streicheln reagieren.

Nur allzu gerne lässt man einem Labrador einiges durchgehen, weil er einfach zu niedlich und freundlich ist.

Labrador Retriever sind sehr aufmerksame Tiere, die gerne arbeiten und gefordert werden. Auch im Urlaub am Strand.
Labrador Retriever sind sehr aufmerksame Tiere, die gerne arbeiten und gefordert werden. Auch im Urlaub am Strand.

Ich erinnere mich noch wie heute: Gaya und ich waren in der Welpenschule und mein supersüßer Welpe sprang vor lauter Überschwang an mir hoch. Wir beide hatten einfach Spaß. Meine Trainerin meinte damals, ich werde es bei der Erziehung mal richtig schwer haben.

Wenn Gaya an den Hosenbeinen hochgesprungen ist, fand das jeder witzig. Du kannst diesen netten Tieren einfach nichts übel nehmen. Und genau dies ist der Punkt, an dem es in der Erziehung knifflig wird. Du würdest nämlich gerne mitlachen, musst aber konsequent bleiben.
Meine Trainerin sagte darauf, „sagen Sie ihren Bekannten, dass sie das Hochspringen nicht mit Streicheln belohnen sollen. Wenn sie es doch tun, dann erinnere sie daran, dass dieser Hund irgendwann 30kg wiegt und im Herbst die weiße Hose dann nicht mehr weiß bleiben wird.“

Ich habe ihren Rat befolgt und natürlich gab es genug Freunde, die bloß abgewunken haben. Aber der nächste Herbst folgte und die Situation war wie im Lehrbuch! Aus einer weißen Hose wurde eine mit schlammbraunen Pfotenabdrücken.

Fußgänger weichen gerne mal aus, wenn sie einem Rottweiler begegnen, wobei diese genauso herzensgut sein können wie ein Labrador. Alt und Jung finden Labrador Retriever dagegen, trotz ihrer Größe, einfach nur knuffig. Und genau deshalb war es wirklich schwer, meiner Gaya das Hochspringen abzugewöhnen. Labradore haben einen hohen Sympathiefaktor, was dazu führt, dass man ihnen vieles durchgehen lässt.

Junge Labrador-Welpen sind wie alle Kinder sehr verspielt und verbringen ihre Zeit am liebsten draußen im Grünen
Junge Labrador-Welpen sind so süß! Doch auch aus ihnen wird irgendwann ein großer Hund.

Die besten Tipps zur Labrador Erziehung

Der Labrador ist sehr lehrsam und lässt sich mit Leckerli zu fast allem motivieren. Das solltest du für die Erziehung unbedingt nutzen.

Sitz, Platz, Fuß sind eine Kleinigkeit für ihn, das habt ihr ratzfatz drauf, wenn ihr regelmäßig übt. Denn so gerne ein Labrador auch lernt: Von nichts kommt nichts.

Die eigentliche Königs-Disziplin ist es für deinen Labrador, Fressen – oder vermeintliches Fressen – liegenzulassen und nicht alles runterzuschlucken wie ein Staubsauger.

Was sie nämlich besonders gut können, ist bis zum Platzen zu fressen.
So musste ich mit meinem 5 Monate alten Welpe tatsächlich zum Tierarzt, weil sie ein ganzes Bäckerblech Kuchen gefressen hat. Das richtige Training hilft dir, den Hund zu zügeln und zwar zu seiner eigenen Sicherheit. Schließlich kommt es immer wieder vor, dass vergiftete Köder ausgelegt werden. Damit dein Labrador zuverlässig lernt, draußen Futter liegenzulassen, empfehle ich dir unbedingt das  Anti-Giftköder-Training zum Beispiel von Hey-Fiffi. Hier lernst du wie du deinem Labrador beibringst, Fressbares liegenzulassen.

 

Natürlich hat der Labrador Retriever neben seiner Verfressenheit noch andere Eigenarten, die ihn auszeichnen. Dazu zählt sein Spaß am Apportieren.
„To retrieve“ bedeutet in diesem Zusammenhang nämlich nichts anderes als „apportieren“. Das ermöglicht dir als Labrador-Herrchen oder Frauchen richtig schöne und spannende Möglichkeiten!

Hast Du die folgenden Dinge schon mit deiner Fellnase gemacht?

  • schwimmen
  • Apportieren von Gegenständen (dein Hund, nicht du!)
  • Apportieren von Gegenständen aus dem Wasser (ebenfalls dein Hund, nicht du!)
Spielen und Wasser - eine hervorragende Kombination für jeden Labrador!
Spielen und Wasser – eine hervorragende Kombination für jeden Labrador!

Wenn nicht, dann solltest du das unbedingt nachholen, denn ein Labrador ist der perfekte Hund dafür. Vielleicht hast du es schon daran bemerkt, dass dein Labrador deine Schuhe und deine Wäsche durch die Gegend trägt, ohne auch nur ein Kerbe in den Gegenständen zu hinterlassen. Das ist ein klares Zeichen dafür, dass auch du einen Hund hast, der unbedingt apportieren will. Er wird eine kindliche Freude daran haben, zu schwimmen und Gegenstände aus dem Wasser zu holen. Das ist sein Naturell. Dafür ist dein Labrador da.

Aber wie bei allem im Leben gibt es auch Ausnahmen. Ich habe auch schon Labradore getroffen, die keinen Zentimeter ins Wasser gehen wollten oder die keinen Spaß am Apportieren hatten.
Nur, weil dies Eigenarten dieser Rasse sind, muss das nicht auf deinen Labrador zutreffen.

Letztendlich ist jeder Hund ein Individuum und sollte auch so behandelt werden. Solltest du also einen Labrador haben, der seine Rassebeschreibung nicht gelesen hat, sei nicht traurig. Ihr findet auch andere tolle Beschäftigungsmöglichkeiten.

Fehler in der Erziehung eines Labrador

Sei es, dass dein Labrador deinen Garten umgraben möchte, dir das Essen vom Tisch klaut oder an Menschen hochspringt. Bei all diesen Verhaltensweisen ist eines ganz wichtig, nämlich deine Konsequenz.

Ein Fehler ist es also, dich vom zuckersüßen Blick deines Labradors um den Finger wickeln und ihm alles durchgehen zu lassen.

Ein Labrador braucht immer etwas zu tun. Und wenn es nur das Apportieren von Stöcken ist.
Ein Labrador mag Beschäftigung. Und wenn es nur das Apportieren von Stöcken ist.

 

Ein weiterer Fehler in der Erziehung eines Labrador ist die fehlende oder falsche Auslastung. Ein Labrador hat Spaß am Lernen und möchte gerne gefordert, aber nicht überfordert werden.
Lerne deinen Hund gut kennen und finde heraus, was ihm Spaß macht. Er wurde nämlich nicht zum Rumliegen gezüchtet, sondern zum Arbeiten.

Und dann ist da natürlich noch das überschwängliche Temperament eines Labrador, das du in angemessene Bahnen lenken solltest. So niedlich es sein mag, dass er sich über alles und jeden freut, so anstrengend kann genau das sein. Anstatt hinzunehmen, dass er gerne Menschen anspringt, solltest du mit ihm lieber Impulskontrolle üben. Das gilt auch für das Nicht-Aufnehmen von Fressbarem.

Ebenfalls vermeiden solltest du es, deinen Labrador nie alleine zu lassen. Am liebsten wäre er natürlich gerne immer in deiner Nähe, aber das Alleinbleiben gehört zum Alltag. Du möchtest schließlich auch mal in Ruhe auf die Toilette gehen können, ohne, dass du von deinem Hund verfolgt wirst.

Der größte Fehler überhaupt ist aber zu sagen „Der ist halt so, das ist ein Labrador“.
Jede Hunderasse verfügt über spezielle Eigenarten. Diese als Grund für angebliche Nicht-Erziehbarkeit zu nutzen, ist eine Ausrede. Löse daher deinen Blick von der Rassebeschreibung und nimm deinen Labrador einfach als das wahr, was er ist: Ein Hund!

Labrador-Welpen wie diese beiden hell und dunklen Exemplare sind verspielte aber auch schon sehr aufmerksame Hunde, die du schon sehr früh erziehen kannst.
Auch ein Labrador kann in seinem Verhalten von der typischen Rassebeschreibung abweichen.

Labrador-Welpen erziehen

Im Grunde sieht die Erziehung eines Labrador-Welpen genauso aus wie die anderer Hunde. Du solltest vom ersten Tag an wissen, was er darf und was nicht und diese Regeln konsequent einhalten. Dadurch, dass Labradore so gerne fressen, bietet es sich an, sein Futter als Belohnung zu nutzen.

Am Besten übst du mit ihm über positive Trainingsmethoden. So macht euch beiden das Lernen am meisten Spaß und es festigt eure Beziehung. Schließlich möchtest du ja, dass dein Welpe Vertrauen zu dir aufbaut und keine Angst vor dir hat.

Besonders wichtig für die Erziehung deines Labrador-Welpen ist, dass er Kontakt zu Hunden verschiedenster Rassen und Altersstufen hat. So lernt er am besten die Vielfalt hundlicher Kommunikation kennen und auch, sich angemessen zu verhalten.

Bleibt er jedoch nur unter seinesgleichen, also nur unter anderen Labradoren, kann es passieren, dass er später Probleme hat, mit anderen Hunden zu kommunizieren. Wie auch, wenn er es nicht gelernt hat?

Deshalb solltest du nicht an einem Welpenkurs teilnehmen, bei dem nur Labradore sind, sondern lieber an einem, bei dem die Gruppe bunt gemischt ist.

Mein Fazit für eine leichte Labrador-Erziehung:

  • So schwer es fällt: lass dich von der Liebenswürdigkeit deines Labbis nicht einwickeln, sondern bleibe in der Erziehung konsequent. Auch der niedlichste Welpe wird irgendwann ein großer Hund.
  • Lernt apportieren! Es ist jede Mühe wert. Denn ein Labrador ist geradezu begierig danach, dir zu gefallen. Du gibst ihm mit diesen Lektionen die Möglichkeit das zu tun, was er am besten kann. Das freut ihn und damit auch dich.

Hast du ähnliche Erfahrungen in der Labrador-Erziehung gemacht?

Warst du mit deinem Labbi schon mal schwimmen?

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Ich habe mein ganzes Leben mit Hunden verbracht und kann mir ein Leben ohne Hund gar nicht vorstellen. Mit meiner Labrador Hündin Gaja habe ich nicht nur Welpen- und Hundeschule besucht, sondern immer wieder Einzelunterricht genommen, wenn große Ereignisse ins Leben kamen, wie Schwangerschaft, Nachwuchs oder auch Unfälle, die das Leben verändern.

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