Was ist besser für deinen Hund – Trockenfutter oder Nassfutter?

Zwei Hundenäpfe stehen auf einer Wiese, ein blauer mit verschiedenem Trockenfutter unterschiedlicher Farbe und Größe gefüllt, rechts daneben ein roter mit Nassfutter gefüllt.
Oft scheiden sich die Geister, was besser wäre: Trocken- oder Nassfutter.

Die einen mögen es lieber saftig, die anderen fest und knusprig – sowohl das trockene, als auch das feuchte Futter hat seine Anhänger. Und das auch zurecht. Denn beide Futtersorten haben ihre Vorteile und je nach Geschmack und Situation ist mal das eine und mal das andere Futter besser geeignet. Doch was genau zeichnet die beiden Futtertypen überhaupt aus?

Was Nassfutter ausmacht, welche Vorteile Trockenfutter hat und welcher Hund eigentlich welches Futter braucht, erkläre ich dir hier:

Trockenfutter – einfach nur trockenes Futter?

Bei Trockenfutter handelt es sich in der Regel um in Form gepresste, feste Pellets. Aber mitnichten muss dieses Hundefutter trocken sein. Je nach Zusammensetzung besteht es aus mehr oder weniger Getreide, tierischen Bestandteilen, Hefe, Gemüse, Mineralien und Vitaminen. Der Proteinanteil im Futter stammt dabei nicht mehr nur noch aus tierischen Nebenprodukten und tierischen Nebenerzeugnissen. Immer mehr Trockenfuttersorten setzen auf die Verwendung von frischem Fleisch zur Herstellung. Dabei ist der Fleischanteil gerade bei hochwertigem Trockenfutter nicht mehr unbedingt deutlich geringer als bei Nassfutter.

Sind Kohlenhydrate enthalten, werden diese immer öfter anstatt aus glutenhaltigem Getreide aus Reis oder Kartoffeln gewonnen. Damit ist Trockenfutter auch längst für Allergiker geeignet.

Trockenfutter zeichnet sich – wie der Name bereits vermuten lässt – durch seinen geringen Wasseranteil aus. Dieser liegt zwischen 8 und 19 %, in der Regel aber unter dem von Nassfutter.

Die Vorteile von Trockenfutter

Trockenfutter ist – wenn es groß genug ist – gut für die Zähne und eignet sich auch super als Snack für unterwegs. Weitere Vorteile, die Trockenfutter bietet:

  • Preis: Trockenfutter ist in der Regel günstiger als Nassfutter.
  • Lagerung: Das Futter ist richtig gelagert lange haltbar und kann trotz geöffneter Verpackung so über einen längeren Zeitraum aufbewahrt werden.
  • Umweltfreundlich: Da das Futter nach dem Öffnen der Verpackung länger haltbar ist, sind die Verpackungsgrößen größer, wodurch weniger Verpackungsmüll produziert wird.
  • Outdoor-Freundlich: Bei Wanderungen oder Spaziergängen lässt sich das Trockenfutter unkompliziert mitnehmen und verfüttern.
  • Zahnhygiene: Das Kauen des Trockenfutters ist gut für die Zähne und kann Zahnbelag abreiben – die komplette Zahnhygiene ersetzt Trockenfutter jedoch nicht.
  • Energiereich: Durch den geringen Wasseranteil hat das Trockenfutter eine recht hohe Energiedichte.
  • Leicht dosierbar: Da das Futter in mehr oder weniger kleinen Pellets kommt, ist es leicht dosierbar.
Green Petfood: der Testhund ist begeistert.
Trockenfutter eignet sich auch unterwegs oder als Leckerli beim Training.

Die Nachteile von Trockenfutter

Trotz seiner unkomplizierten Handhabung hat Trockenfutter auch seine Nachteile. Denn nicht jeder Hund findet das trockene Futter schmackhaft. Und durch den geringeren Wasseranteil nehmen die Wenigtrinker unter den Hunden so eventuell nicht genügend Wasser zu sich. Weitere Nachteile, die das Futter hat.

  • Wasserarm: Trockenfutter enthält wenig Wasser. Besonders bei trinkfaulen Hunden kann das schnell zum Nachteil werden.
  • Geschmack: Trockenfutter schmeckt nicht jedem Hund – gerade wählerische Vierbeiner meiden das fade Trockenfutter oftmals.
  • Verträglichkeit: Trockenes Futter quillt im Magen auf – gerade die „Schlinger“ unter den Hunden können dadurch Probleme bekommen.
  • Lagerung: Das Futter lässt sich gut lagern – vorausgesetzt man macht es richtig. Bei falscher Lagerung verdirbt auch das Futter.
  • Proteine: Die Proteine im Trockenfutter sind nicht immer so leicht verdaulich, wie die im Nassfutter.

Unterschiede innerhalb des Trockenfutters

Auch innerhalb des Trockenfutters gibt es mittlerweile große Unterschiede. Die verschiedenen Marken unterscheiden sich zum Beispiel in Form und Größe der Pellets. Dies ist besonders wichtig, da sehr kleine Hunde mit großen Pellets wenig anfangen können und diese kaum klein kriegen, während größere Hunde kleinere Pellets teilweise nicht einmal kauen müssen.

Schwarzer Labrador liegt vor seinem Napf mit Trockenfutter und einem Wassernapf und schaut traurig
Trockenfutter besteht aus trockenen Pellets – nicht jeder Hund nimmt diese sofort an.

Ein weiteres wichtiges Unterscheidungsmerkmal sind die Inhaltsstoffe. Erstmal ist natürlich wichtig, dass die Nährwerte – also zum Beispiel der Anteil an Proteinen, Fetten und Vitaminen – bedarfsdeckend sind. Das heißt, dass das Futter tatsächlich alle Nährstoffe in der Menge beinhaltet, die der Hund benötigt, um gesund zu bleiben. Neben den nötigen Nährstoffen sind aber auch die Zutaten wichtig. Dies trifft vor allem bei Allergikern zu. Denn gewisse Hunde vertragen zum Beispiel Getreide nicht oder reagieren auf gewisse Proteine allergisch. In einem solchen Fall muss der Besitzer Futter suchen, welches die Inhaltsstoffe, auf die der Hund allergisch reagiert, nicht enthält.

Zudem haben unterschiedliche Trockenfuttersorten auch unterschiedlich hohe Wasseranteile. Neben normalem Trockenfutter gibt es auch halbfeuchtes Futter.

Nassfutter – das besser Futter?

Bei Nassfutter handelt es sich um abgekochtes, in Konserven verpacktes Hundefutter. Es fällt durch seine saftige Konsistenz auf, die durch den hohen Wasseranteil zustande kommt. Das Futter besteht dabei aus Proteinquellen wie Fleisch und tierischen Nebenerzeugnissen, kohlenhydrathaltigen Lebensmitteln wie Getreide, Reis, Mais oder Kartoffeln und Fetten, die in der Regel aus tierischen Produkten stammen – sowie, je nach Qualität des Futters, einen unterschiedlich hohem Wasserzusatz. Neben diesen Komponenten sind Zusatzstoffe Teil des Nassfutters. Hierzu zählen etwa Vitamine, Spurenelemente und Konservierungsstoffe.

Bei der Herstellung werden die Zutaten gemischt, gekocht und in Konserven abgefüllt. Nassfutter enthält dabei in der Regel einen höheren Fleischanteil und einen deutlich höheren Wasseranteil als Trockenfutter.

Die Vorteile von Nassfutter

Die meisten Hunde ziehen das saftige Nassfutter seiner trockenen Alternative vor. Aufgrund des hohen Wasseranteils nehmen Hunde im Verhältnis zum Trockenfutter weniger Kalorien zu sich. Weitere Vorteile von Nassfutter sind:

  • Geschmack: Den meisten Hunden schmeckt Nassfutter besser als Trockenfutter. Gerade nicht so fressbegeisterte Hunde springen daher in der Regel eher auf Nassfutter an.
  • Hoher Wasseranteil: Nassfutter beinhaltet einen hohen Anteil an Wasser, dies ist wiederum gut für den Flüssigkeitshaushalt des Hundes.
  • Weniger Kalorien: Dieser hohe Wasseranteil sorgt auch dafür, dass auf eine größere Menge weniger Kalorien kommen – gerade verfressene Vierbeiner können also vom Nassfutter mehr fressen.
  • Hygiene: Die Verpackungen sind verhältnismäßig klein und werden in der Regel innerhalb von einem oder zwei Tagen aufgebraucht. Die Aufbewahrung ist damit hygienischer.
  • Verdaulichkeit: Die Proteine im Nassfutter haben eine leichtere Verdaulichkeit und sind für den Hund damit leichter zu verwerten.
Ein weißer Teller mit Dosenfutterbröckchen vor einer weißen Wand
Nassfutter hat einen hohen Wasseranteil und schmeckt den meisten Hunden besonders gut.

Die Nachteile von Nassfutter

Nassfutter ist im Verhältnis relativ teuer und verursacht dabei auch deutlich mehr Verpackungsmüll. Welche Nachteile Nassfutter noch bietet:

  • Preis: Nassfutter ist in der Regel teurer als Trockenfutter.
  • Haltbarkeit: Einmal geöffnet, ist die Futterdose nur wenige Tage haltbar.
  • Verpackungsmüll: Da Nassfutter nicht so haltbar ist und daher in kleineren Portionen verpackt werden muss, entsteht auf dieselbe Menge Futter deutlich mehr Verpackungsmüll.
  • Outdoor-Unfreundlich: Ob bei der täglichen Gassirunde oder beim Wanderurlaub, Nassfutter ist aufgrund des Gewichts und der Beschaffenheit weniger zum Verfüttern unterwegs geeignet.
  • Durchfall: Durch den hohen Wasseranteil kann zu viel Nassfutter bei einigen Hunden zu Durchfall führen.

Unterschiede innerhalb des Nassfutters

Auch innerhalb des Nassfutters gibt es zahlreiche Unterschiede hinsichtlich der Qualität des Hundefutters. So wird Nassfutter zum Beispiel als Pastete serviert oder auch als Fleischstücken in einer saftigen Soße. Es gibt zahlreiche Variationen beim Nassfutter. So gibt es Sorten, die wie unser Mittagessen klingen mit Nudeln darin, Kräutern, Erbsen und Karottenstücken. Da die Zutaten nicht zermahlen werden, wie es bei Trockenfutter der Fall ist, können die Futterentwickler hier richtig kreativ werden. Und auch die Fleischsorten variieren von Geflügel über Lamm bis hin zum Rind oder sogar dem Känguru.

Neben dem gängigen Nassfutter aus der Dose kannst du deinen Hund aus frischen Zutaten auch selbst bekochen oder barfen. Denn auch wenn „Barf“ an sich für „Bones and raw Foods“, also rohes Futter steht, gibt es dieses mittlerweile auch wie das gängige Nassfutter in fertigen Portionen in Dosen.

Die Sorte "Pute, Mango, Brokkoli & Reis" von PETS DELI in einem Futternapf.
Die Sorte „Pute, Mango, Brokkoli & Reis“ von Pets Deli ist eine eingefrorene Dosenportion „Barf“.

Welcher Hund braucht welches Futter?

Pauschal lässt sich die Frage, ob Trocken- oder Nassfutter besser für den Hund geeignet ist, nicht beantworten. Denn jeder Hund hat andere Vorlieben und Bedürfnisse und braucht demnach auch anderes Futter. Wo der eine Hund kein Trockenfutter anrührt, hilft es einem anderen, der unter Zahnbelag leidet. Nassfutter eignet sich dabei besonders für Hunde, die dazu neigen, weniger zu trinken oder sehr kritisch bei der Futterwahl sind. Trockenfutter hilft hingegen den Zähnen und ist besser für Outdoor-Fans geeignet – bei der Wahl des Futters kommt es also ganz auf den Hund und seine Lebensumstände an.

Welpen, werdende Mütter und die älteren Herrschaften

Gewisse Altersgruppen haben jedoch andere Bedürfnisse, auf die auch das Futter eingestellt sein muss. So brauchen Welpen Futter, welches den Bedürfnissen eines Welpen entspricht – diese Futtersorten heißen oft Puppy, Junior oder Welpenfutter. Neben besonders jungen Hunden gibt es auch Futter für Hunde älterer Generationen – dies wird in der Regel mit dem Namenszusatz Senior betitelt. Senior-Futter beinhaltet oftmals weniger Kalorien und besteht aus besonders leicht verdaulichen Zutaten. Zudem bekommen trächtige Hündinnen ab der vierten Woche Futter mit einem höheren Energiegehalt. Genannt wird ein solches Futter oft Family.

Havaneser Welpe im Wassernapf
Welpen brauchen gerade im Wachstum spezielles Welpenfutter.

Die Gesundheit

Ein weiteres wichtiges Entscheidungskriterium bei der Wahl des Futters ist die Verträglichkeit: Wenn dein Hund Allergien hat, so musst du eine Futtersorte wählen, die diese Zutaten nicht enthält. Hierfür gibt es spezielle hypoallergene Futtermittel, die nur Zutaten enthalten, die keine Allergien hervorrufen – diese können zum Beispiel aus Insekten bestehen und/oder enthalten kein Getreide.

Andere Hunde benötigen wiederum purinarme Ernährung, wenn sie aufgrund eines Gendefektes Probleme mit dem Purinstoffwechsel haben oder unter Krankheiten wie Leishmaniose leiden. Hast du einen solchen Hund, solltest du ihm  purinarmes Futter verfüttern. Ist dein Hund hingegen nierenkrank, so sollte sein Futter eher eiweißarm sein – je nach Krankheit hat der Hund unterschiedliche Futteransprüche. Benötigt dein Hund aufgrund einer Krankheit ein spezielles Futter, so solltest du dies mit einem Tierarzt deines Vertrauens besprechen.

Fazit: Das eine beste Futter gibt es nicht

Letzten Endes kann man nicht sagen, ob Trocken- oder Nassfutter das bessere Futter ist. Vielmehr kommt es auf deinen Hund,  seine Vorlieben und seinen Gesundheitszustand an, welche Futterart geeignet ist. Achte also darauf, ob dein Hund das Futter gut annimmt und es auch gerne frisst. Geht es ihm dazu noch körperlich gut und hat er einen normalen Stuhlgang, so spricht dies für das Futter.

Eines ist dabei immer wichtig: Bei dem Hundefutter muss es sich um ein Alleinfuttermittel handeln – andere Bezeichnungen wie Zusatzfuttermittel sind nicht als Hauptfuttermittel geeignet. Denn nur wenn das Futter als Alleinfuttermittel verkauft wird, enthält es auch alle Nährstoffe in richtiger Variation und ist damit bedarfsdeckend.

Ein braungetigerter Rüde legt auf einer Wiese in einem Garten auf dem Rücken.
Am Ende ist am wichtigsten, dass das Futter schmeckt und fit hält.

Achte neben dem Geschmack deines Vierbeiners auch darauf, wie gut er das Futter verträgt, ob er vielleicht Durchfall bekommt oder zu wenig trinkt. Dabei kannst du die Futterarten über den Tag verteilt auch mischen – etwa indem du morgens Nass- und Abends Trockenfutter fütterst. Oder dein Vierbeiner zuhause nasses Futter bekommt, während du ihm bei Spaziergang trockene Pellets gibst.

Am wichtigsten ist aber, dass das Futter schmeckt, deinen Hund mit allem versorgt und du bei der Wahl der Futtersorte ein gutes Gefühl hast.

Worauf schwören Du und Dein vierbeiniger Freund?

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Bildcredit: (c) Haustiermagazin.com


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About Steffi 425 Articles
Ich bin Steffi, bekennende Tiernärrin, Dosenöffner für ehemals drei Kater und aktuell zwei portugiesische Herdenschutzhunde, davon einen Junghund. Ich möchte mit meinen Beiträgen allen Tierbesitzern helfen, ihre Lieblinge noch besser zu verstehen.

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