Warum heulen Hunde?

„Bist du sicher, dass du einen Hund und keinen Wolf hast?“ Diese scherzhafte Bemerkung fällt oft, wenn ein Hund mit dem Heulen anfängt. Wer selbst keinen Vierbeiner hat, ist wahrscheinlich ziemlich irritiert, wenn er dieses Geräusch hört. Aber auch für Hundebesitzer ist ein heulender Hund immer wieder eine interessante Erfahrung.

Was das Heulen zu bedeuten hat und wie du damit umgehen solltest, das erfährst du in diesem Artikel.

Was bedeutet das Heulen beim Hund

Mit dem Begriff des Heulens ist natürlich nicht das Weinen gemeint, auch wenn sich manch ein Vierbeiner dabei wirklich kläglich anhört. Tatsächlich ist es so, dass nicht nur Wölfe heulen, sondern auch Hunde. Die Gründe dafür sind teilweise ähnlich. Das liegt daran, dass unsere Vierbeiner vom Wolf abstammen und somit auch noch seine Gene in sich tragen.

Dennoch haben sich Hunde durch die gezielte Zucht nicht nur in ihrer Optik, sondern auch in ihrem Verhalten stark verändert. Daher kommt das Heulen inzwischen nicht mehr bei allen gleichermaßen vor. Sowohl Wölfe als auch manche Hunde heulen, wenn sie etwas Bedrohliches wahrgenommen haben und ihren Sozialverband davor warnen wollen – also dich. Sie heulen aber auch, um ihren Sozialverband zusammenzuhalten. Sie teilen sozusagen ihren Aufenthaltsort mit, damit die anderen darüber informiert sind.

Dem Heulen kann positive, aber auch negative Stimmung zugrunde liegen

Positive Stimmung beim Heulen

Ein weiterer Grund für das Heulen ist, den Zusammenhalt innerhalb des Sozialverbandes zu stärken. Es ist wie ein gemeinsames Lied, in das immer mehr Personen einstimmen und sich dadurch miteinander verbunden fühlen. In Falle des Heulens beginnt einer damit – zum Beispiel du – und dein Hund zieht nach. Dies kannst du bewusst nutzen, um die Bindung zu deinem vierbeinigen Freund zu stärken.

Manche Hunde fangen auch mit dem Heulen an, wenn sie eine Sirene oder Musik hören. Diese Geräusche können für sie ähnlich wie das Heulen von Artgenossen klingen, weshalb sie munter einstimmen, um ihre Zugehörigkeit auszudrücken.

Negative Gründe für das Heulen beim Hund

Es kann jedoch auch passieren, dass ein Vierbeiner heult, weil er Angst hat oder unter Stress steht, zum Beispiel, weil er alleine bleiben muss. Er versucht auf diesem Weg mit dir Kontakt aufzunehmen. Dem Heulen liegt in diesem Fall ein ganz anderes Gefühl zugrunde als wenn es durch eine Sirene ausgelöst wurde.

Weitere Gründe für das Heulen von Hunden können territoriales, aber auch sexuell motiviertes Verhalten sein. Im ersten Fall möchte der Hund durch das Heulen sein Revier verteidigen und mitteilen, dass er hier der Boss ist. Im zweiten Fall hat ein Rüde unter Umständen eine läufige Hündin wahrgenommen, zu der er nun gerne Kontakt aufnehmen will.

Jagdhundmischling reckt bellend den Kopf nach oben
Die Auslöser für das Heulen sind komplett verschieden.

Wann und wie du auf ein Heulen reagieren solltest

Für deinen Hund ist Heulen ein Kommunikationsmittel. Ihm dieses zu verbieten, wäre ihm gegenüber nicht fair. Es kommt aber stark auf seine Grundstimmung an, wenn es darum geht, wie du mit dem Heulen umgehen solltest.

Bei den positiven Gründen kannst du versuchen, seine Aufmerksamkeit auf etwas anderes zu lenken, indem du ihm zum Beispiel zur Beschäftigung eine Aufgabe gibst. Damit lenkst du seine Konzentration in angenehmer Weise auf etwas anderes. Wenn dich das Heulen allerdings nicht stört, brauchst du es in so einem Fall auch nicht zu unterbinden.

Bei den Gründen mit einer negativen Grundstimmung, solltest du dich mit der Ursache beschäftigen und darüber nachdenken, wie du deinem Vierbeiner helfen kannst. Wenn dein Hund ständig heult, weil er sexuell motiviert ist, kannst du versuchen, ihn abzulenken oder über eine Kastration nachdenken. Heult dein Hund aus Trennungsangst, dann benötigt er in diesem Fall Unterstützung, um das Alleinbleiben zu lernen.

Fazit – nicht nur Wölfe heulen

Der eine heult, um sein Rudel zusammenzuhalten, der andere, weil er Angst hat oder liebeskrank ist. So unterschiedlich sich das Heulen bei Hunde anhören kann, so verschieden sind auch die Gründe dafür. Indem ein Hund heult, verschafft er sich angenehme Gefühle bzw. Erleichterung. Deshalb hilft es meistens nichts, es einfach zu ignorieren. Besonders wenn es sich um Auslöser wie Angst, Stress oder eine hohe sexuelle Motivation handelt, solltest du an der Ursache arbeiten, denn dadurch beeinflusst du gleichzeitig auch das Heulen.

Uns interessieren deine Erfahrungen:

Hast du auch einen Hund, der heult?

Wenn ja, in welchen Situationen?

 

Bild:

(c) Sebastian Vogt

12 Gedanken zu „Warum heulen Hunde?“

  1. Wir haben auch einen Hund, der ab und an heult. Meisten dann, wenn es raus geht und es Toby wohl nicht schnell genug geht,zumindest unser Gefühl. Toby begrüßt uns mit Geheul, wir antworten mit Geheul. Davon hab ich mal ein Video gemacht. Er heult auch mal entgegenkommende Hunde an. Diese drehen dann meistens den Kopf weg und machen einen Bogen um Toby. Toby ist ein rumänischer Strassenhund, Schäferhund-Labrador-Mix, 6 Jahre alt und aus dem Tierheim seit 01.03.2020 bei uns.

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  2. Hallo Dagmar,
    das Heulen ist eine sehr ursprüngliche Kommunikationsform unter Hunden und stärkt das Wir-Gefühl in einer Hundegruppe. Manche Hunde sind wesentlich „gesprächiger“ und heulen viel (z.B. wenn sie eine Sirene hören) andere Hunde hingegen gar nicht.
    Wenn ihr mit eurem Toby zusammen heult, ist das eine tolle Geste, so zeigt ihr ihm, dass ihr ein Team seid. Falls Toby allerdings auch dann heult, wenn er alleine ist, dann kann es auch sein, dass er Stress beim alleine-bleiben hat.
    Dass er andere Hunde an der Leine anheult und euch wenn er raus will, legt sich vielleicht mit der Zeit noch. Er ist ja noch nicht so lange bei euch. Vielleicht helfen euch hier auch Übungen, um die Impulskontrolle zu stärken.

    Alles Liebe für euch und Toby.
    Alica vom Haustiermagazin-Team

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  3. Hallo, das ist ein interessanter Artikel gewesen. Meine Bella (8Jahre, Lhasa Apso Hündin) ist eigentlich sehr still. Bellt auch recht wenig. Ich höre sehr viel Musik und heute kam Lied Nummer 3 dazu, wo sie mitjault. Sie hat da so ihren ganz eigenen Geschmack und jault wirklich immer nur bei den 3 Liedern mit. (Got7-teenager, Marius Müller-Westernhagen-mit 18 und seit heute von Bastille-Pompeii.
    Ich denke, das liegt an den „Frequenzen“.
    Bei Marius‘-mit 18 ist am Anfang eine Mundharmonika. Als ich das mit dem Jaulen meiner Bella heraus fand, probierte ich andere Lieder mit Mundharmonika aus. Pustekuchen, nur bei „mit 18“ jault sie.
    Wenn ich mit ihr mitjaulen würde, würde das die Bindung noch verstärken, würde sie das mögen?
    Liebe Grüße;)

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  4. Hi Anja,

    ja, zusammen zu heulen stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl und könnte deiner Hündin durchaus gefallen. Probier es doch einfach mal aus :)

    Viel Spaß dabei!
    Alica vom Redaktionsteam

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  5. Hi Alica,
    Wir haben seit dem 10.10.20 eine Hündin, Camilla, ca 21 Monate alt, aus dem Tierschutz aus Griechenland bei uns aufgenommen. Dafür das sie ein Strassenhund ist macht sie alles super gut.z.B.von anfang an Stubenrein. Auch den Garten benutzt sie nicht als Toilette. Heute Morgen, nach dem Gassigang und füttern, setzt sie sich auf die Terrasse guckt entspannt in den Garten und heult wie ein
    Wolf. Was würdest du sagen? Positive oder negative Gefühlsgeste ?
    Über eine Antwort würden wir uns sehr freuen.
    LG Brigitte

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  6. Hallo liebe Brigitte,

    das ist schwierig zu sagen, wenn man die Situation nicht selbst gesehen hat bzw. nicht dabei war. Generell kann das Heulen auch ein Zusammengehörigkeitsgefühl ausdrücken.
    Prinzipiell hilft es aber, die gesamte Körpersprache zu beobachten. So kann man die Gefühlslage des Hundes besser einschätzen.

    Alles Liebe
    Alica vom Redaktionsteam

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  7. Hallo Alica,
    Sie saß dort wie ein Hund sitz macht ganz entspannt. Jetzt ist sie 2 Monate bei uns und hat gestern Abend wieder kurz geheuelt. Sie war aber nicht allein.
    Jetzt hat sich ein neues Phänomen aufgetan. Sie will nicht mehr aus dem Haus.Nur mit Leckerlie und Wurst kann man sie dazu bewegen ein paar Schritte zu gehen. Bleibt aber trotzdem stehen und verweigert sich. Wenn wir umdrehen, hat sie es eilig und kratzt an der Haustür.
    Wie geh ich damit um ?
    LG Brigitte

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  8. Hallo liebe Brigitte,

    puh, das ist aus der Ferne natürlich schwer zu sagen. Da eure Maus aus dem Tierschutz kommt und jetzt zum ersten Mal ein richtiges zu Hause hat, kann es gut sein, dass sie dieses jetzt einfach nicht mehr verlassen möchte bzw. Angst hat, dass sie nicht mehr dorthin zurückkommt, wenn sie spazieren geht.

    Es kann aber auch sein, dass auf einem Spaziergang etwas passiert ist, was sie erschreckt hat oder sie eine doofe Erfahrung machen musste und sie deshalb das schützendes zu Hause nicht mehr verlassen möchte.

    Oder sie spielt einfach gerne Spielchen mit euch und hat einen kleinen Dickkopf, den sie durchsetzen möchte.

    Das kann ich dir leider nicht sagen, wenn ich den Hund nicht sehe. Wie immer gilt: Lies die Körpersprache deiner Hündin. So kannst du sehen, ob sie ängstlich den Schwanz einzieht oder eigentlich ganz gut gelaunt ist und einfach nur nicht raus möchte.

    Sicherlich gibt sich das mit der Zeit auch wieder, wenn ihr geduldig bleibt :)

    Viel Freude miteinander und alles Liebe
    Alica vom Redaktionsteam

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  9. Hallo Alica,
    Ich habe einen Dalmatiner/Ausie Mix und meine Tochter einen Labi wenn die beiden zusammen gefressen haben, Heulen beide immer eine Strophe. Das macht er auch wenn die Hündin meiner Freundin hier was gefressen hat.
    Ich deute das als Wohlbefinden und Zusammengehörigkeit.

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  10. Hallo Cornelia,

    das klingt ganz so, als ob du das richtig einschätzt und es den beiden sehr gut geht :)

    Liebe Grüße
    Alica vom Redaktionsteam

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  11. Guten Morgen,

    wir haben seid 10 Monaten einen Cockerpoo Mix. Mogli ist von Anfang an ein unkomplizierter Hund.
    Er schläft im Erdgeschoß im Flur und es war bisher immer problemlos. Er hat so lange geschlafen bis wir runter gekommen sind. Am Wochenende auch bis locker 9 Uhr.
    Jetzt ist er 13 Wochen alt und hat einen neuen Tick. Ab 6 Uhr morgens fängt er zu Jaulen an.
    Es liegt nicht daran dass er raus muss. Er ist einfach wach und jault.
    Das Gleiche ist mit dem alleine sein. Haben wir ihm schrittweise antrainiert. Hat immer super geklappt. Keine Probleme mit 4 Stunden, einfach geschlafen.
    Nun fängt er auch da an zu heulen (laut unserer Nachbarin).
    Er scheint mir auch insgesamt etwas nervöser geworden zu sein.
    Kann das eine Entwicklungsphase sein?
    Wie sollen wir (besonders morgens) darauf reagieren?
    Vielen Dank und liebe Grüße
    Claudia Hofbauer

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    • Hi Claudia,

      ja, das kann eine Entwicklungsphase sein – der Bub kommt jetzt in die Pubertät und da ist das Gehirn im Umbau. Trotzdem solltet ihr an den Themen arbeiten, denn sonst können sie sich verschlimmern.

      Zu eurem Schlafproblem: Im Flur ist er ganz allein und bekommt alle Reize mit, die sich vor der Haustüre abspielen, daher ist das generell kein guter Schlafplatz für einen Hund. Am allerbesten wäre es, wenn er bei euch im Schlafzimmer schlafen dürfte. Hier kommen Hunde am besten zur Ruhe, da sie nah bei ihren Menschen sind und sich so nicht allein fühlen. Falls ihr das nicht wollt, könntet ihr ihm einen Platz direkt vor eurer Schlafzimmertüre oder unten im Wohnzimmer einrichten. Sorgt dafür, dass dieser Platz ruhig ist und lasst die Rollläden herunter.

      Das Alleinbleiben ist ein komplexes Thema. Stellt doch mal eine Kamera auf, wenn ihr weg seid und schau, was er in eurer Abwesenheit so macht. Ansonsten stellt euch die Frage: Ist er nicht genug ausgelastet und ist deswegen unruhig? Oder macht ihr vielleicht eher zu viel mit ihm, bevor ihr geht und er ist deshalb überdreht und kommt nicht zur Ruhe? Oder verfolgt er euch überall hin, wenn ihr Zuhause seid (geht mit aufs Klo usw.) und kann es deshalb nicht akzeptieren, wenn ihr ihn allein lasst?
      Hier kann es helfen, einen Trainer um Rat zu fragen.

      Alles Liebe für euch
      Alica vom Redaktionsteam

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