Berufe mit Tieren: Was macht ein Tierpfleger?

Tierpfleger im Zoo Berlin bei der Panda-Fütterung
18 MAY 2018, BERLIN, GERMANY: worker man at the Berlin Zoo prepares bamboo branches for feeding the Panda and other animals

Als Tierpfleger zu arbeiten, das hört sich nach ganz viel streicheln und kuscheln an. Danach, intensiv Zeit mit den Tieren zu verbringen. Die Wirklichkeit sieht jedoch ein wenig anders aus. Nicht jeder Tierpfleger kann tatsächlich mit seinen Schützlingen kuscheln oder sie überhaupt anfassen. Einige der zu versorgenden Tierarten lassen gar keinen nahen Kontakt zu, zum Beispiel Nashörner im Zoo. Mit diesem Beruf sind zudem viele Aufgaben verbunden, die körperlich anstrengend sind. Und auch emotional kommen Tierpfleger manchmal an ihre Grenzen. Doch natürlich gibt es auch viele schöne Seiten.

Wie genau das Berufsbild des Tierpflegers aussieht, wie du diesen Beruf erlernen und in welchen Bereichen du anschließend arbeiten kannst, das und mehr erfährst du in diesem Artikel.

Was genau macht ein Tierpfleger?

Der Begriff drückt es bereits sehr deutlich aus: ein Tierpfleger pflegt Tiere. Aber wie sieht diese Pflege im Detail aus und um welche Tiere handelt es sich? Wenn du selber ein Haustier hast, weißt du, dass damit einige Aufgaben verbunden sind. Bei einem Hund sind es zum Beispiel das Gassigehen, die Fellpflege, das Füttern oder auch die artgerechte Beschäftigung.

Fröhlicher Appenzeller Sennenhund auf einer Wiese
Mit einem Hund sind zahlreiche Aufgaben verbunden.

Kümmerst du dich beruflich um Tiere, sieht es genauso aus. Es müssen Käfige, Ställe oder Gehege gereinigt, die Schützlinge gefüttert, medizinisch versorgt und beschäftigt werden. Je nachdem, in welchem Bereich der Tierpfleger arbeitet, hat er keinen näheren Kontakt zum Tier. Ist er im Zoo bei den Löwen tätig, wird er wohl kaum mit ihnen kuscheln. Du hast es als Tierpfleger also nicht nur mit heimischen Tierarten wie Hunden, Katzen oder Pferden zu tun, sondern auch mit exotischen wie Elefanten, Schlangen, Spinnen oder Affen.

Auch die Einsatzbereiche sind komplett unterschiedlich und reichen vom Tierheim über Naturparks bis hin zu Versuchslaboren. Der Gedanke an Versuchslabore ist für dich wahrscheinlich genauso schrecklich wie für mich. Doch solange es diese gibt, braucht es auch Menschen, die sich dort um die Tiere kümmern.

Die Tätigkeitsfelder eines Tierpflegers

Ein paar mögliche Tätigkeitsfelder habe ich gerade bereits aufgezählt, doch das sind noch lange nicht alle.

Als Tierpfleger kannst du unter anderem in diesen Bereichen tätig sein:

  • Tierheim
  • Tierpension
  • Zoo
  • Zuchtbetrieb
  • Wildgehege
  • Forschungseinrichtung
  • Tierklinik
  • Gnadenhof
Ein Wildschwein schnüffelt am Boden von der Seite fotografiert
Auch die Arbeit mit Wild ist als Tierpfleger möglich.

Mit den verschiedenen Tätigkeitsfeldern sind auch sehr unterschiedliche Anforderungen verbunden. In einem Tierheim oder einer Tierpension hast du es nicht nur mit der Versorgung von Hunden und Katzen, sondern auch mit Interessenten zu tun. Arbeitest du hingegen in einem Zoo, brauchst du spezifisches Wissen über die artgerechte Beschäftigung der jeweiligen Tierarten, aber natürlich auch über die richtige Pflege sowie Versorgung.

Weil sich die Einsatzbereiche so stark unterscheiden, gliedern sich bereits die Ausbildungen in verschiedene Zweige auf. Dazu erfährst du weiter unten im Beitrag mehr.

Die Aufgaben eines Tierpflegers

Welche Aufgaben du als Tierpfleger zu erledigen hast, hängt stark vom gewählten Tätigkeitsfeld ab. In einem Forschungszentrum fallen andere Dinge an als in einem Tierheim oder einem Zoo.

Wie abwechslungsreich der Beruf ist, kannst du an den folgenden Aufgaben sehen:

  • Das richtige Futter zusammenstellen und passende Rationen zubereiten.
    Manche Tierarten bekommen Lebendfutter, für andere musst du die passende Nahrung selber mischen oder die korrekte Menge an Fertigfutter abmessen.
  • Die medizinische Versorgung kranker oder verletzter Tiere.
    Dabei musst du sehr genau, verantwortungsbewusst und zuverlässig sein.
Bei Verletzungen musst du diese selber versorgen können oder dabei helfen.
  • Das Reinigen und Pflegen von Ställen, Gehegen, Käfigen, etc.
    Diese Aufgabe kann ziemlich anstrengend und mit viel Dreck und Gestank verbunden sein. Du solltest daher anpacken können und körperlich belastbar sein.
  • Die artgerechte Beschäftigung der jeweiligen Tierart sowie eventuelles Training.
    Dieser Punkt geht weit darüber hinaus, Hunde und Katzen zu bespaßen. Er beinhaltet unter Umständen auch, dass du mit einem Tier trainierst. In einem Zoo gehört es außerdem dazu, den Tieren ihr Futter möglichst naturnah zu präsentieren, so dass sie es z. B. erjagen müssen.
  • Die Betreuung von Besuchern oder Kunden.
    Es gibt verschiedene Tätigkeitsfelder, bei denen du neben der Arbeit mit den Tieren ebenfalls mit Menschen zu tun hast. Das können sowohl Besucher im Zoo sein als auch die Kunden in einer Tierpension.
  • Öffentlichkeitsarbeit und Verwaltungstätigkeiten.
    Nicht nur in einem Tierheim fallen Aufgaben an, die mit Verwaltung und Organisation zu tun haben. Solche Dinge müssen ebenfalls erledigt werden und gehören zum Berufsalltag dazu.
  • Untersuchungen vorbereiten.
  • Bei der Zucht und Aufzucht helfen.

Du siehst, dass die Aufgaben breit gefächert und vielfältig sind. Da du in vielen Bereichen im Team arbeitest, solltest du auch an der Arbeit mit Menschen Freude haben.

Eine junge Frau füttert in einem Tierheim zwei Hunde.
Auch das Trainieren mit Tieren kann zu deinen Aufgaben zählen.

Wie werde ich Tierpfleger?

Um Tierpfleger zu werden, musst du eine entsprechende Ausbildung absolvieren. Diese dauert insgesamt drei Jahre und ist in drei verschiedene Ausbildungsgänge aufgeteilt:

Für die Ausbildung benötigst du einen Ausbildungsvertrag bei einem Betrieb, der ausbilden darf. Das kann ein Zoo oder Tiergarten sein, ein Tierheim, eine Uniklinik oder ein Forschungszentrum. Die Wahl der Ausbildungsstätte hängt also davon ab, für welchen Schwerpunkt du dich entscheidest.

Die Ausbildung wird auf dem dualen Weg durchgeführt. Das bedeutet, dass du in der Berufsschule theoretisches Wissen und in dem von dir gewählten Betrieb praktisches Wissen sammelst.

Inhalte sind zum Beispiel:

  • Grundkenntnisse in der Anatomie
  • die Pflege, Ernährung und Haltung von Tieren
  • Umweltschutz und rechtliche Vorschriften
  • betriebliche Organisation und Arbeitsschutz
  • der sachgerechte Umgang mit Besuchern
  • Verhaltenslehre
  • die Versorgung von trächtigen und neugeborenen Tieren

Im dritten Ausbildungsjahr findet die Spezialisierung auf das von dir gewählte Fachgebiet statt. Den Abschluss bilden eine schriftliche und eine praktische Prüfung.

Mit der Ausbildung selber sind für dich keine Kosten verbunden. Wofür du jedoch aufkommen musst, sind Kosten für deine Berufskleidung, die Fahrten zur Ausbildungsstätte, eventuelle Übernachtungsausgaben und Lernmaterialien.

Schematische Darstellung eines Hundeskelett
Anatomie ist ein Bestandteil der Ausbildung.

Wenn du ausgebildeter Tierpfleger bist, kannst du dich später fortbilden und Tierpflegemeister/in werden. Das ermöglicht es dir, einen eigenen Betrieb zu gründen oder eine Führungsposition zu übernehmen.

Die Stellen als Tierpfleger sind, besonders in Zoos, sehr beliebt. Es gibt in einigen Tätigkeitsfeldern weitaus mehr Bewerber als Plätze. Das gilt für die Ausbildung genauso wie später für eine feste Anstellung.

Fachliche Voraussetzungen

Zwar sind rechtlich keine bestimmten schulischen Voraussetzungen vorgeschrieben, doch viele Betriebe stellen am liebsten Personen mit einem Abschluss der mittleren Reife oder Abitur ein. Gut ist es, wenn du Interesse an Fächern wie Biologie und Mathematik mitbringst. Je sicherer du in den Grundrechenarten bist, umso leichter kannst du zum Beispiel Futterrationen berechnen.

Persönliche Voraussetzungen

Als Tierpfleger zu arbeiten, hat viele schöne Seiten, aber auch viele anstrengende oder belastende. Deshalb reicht es für diesen Beruf nicht aus, Tiere zu mögen.

  • Du musst anpacken können und körperlich fit sein.
    Die Tierunterkünfte zu reinigen, ist zum Teil harte Arbeit. Auch bei medizinischen Untersuchungen kann es notwendig sein, dass du zupacken kannst.
Eine rotgetigerte Katze in einem Käfig in einem Tierheim
In einem Tierheim erwarten dich viele Einzelschicksale.
  • Du musst sehr aufmerksam sowie verantwortungsvoll sein und selbstständig arbeiten können.
    Die Tiere sind auf die verantwortungsvolle Pflege durch die Betreuer angewiesen. Sie können dir nicht in Worten mitteilen, ob es ihnen gutgeht oder sie sich unwohl fühlen. Deshalb musst du sie genau beobachten, körperliche sowie Verhaltensveränderungen erkennen und passende Maßnahmen einleiten.
  • Du solltest gerne draußen arbeiten.
    Es kann mal regnen oder schneien, mal sehr heiß oder sehr kalt sein. Du darfst also nicht zimperlich sein, sondern musst dich auf diese unterschiedlichen Bedingungen einstellen können.
  • Dir sollten Dreck und Gestank nichts ausmachen.
    Nicht nur beim Saubermachen der Unterkünfte, sondern auch bei medizinischen Behandlungen kann es manchmal unangenehm zugehen.
  • Du musst emotional belastbar sein.
    Tierpfleger erleben auch viel Leid. Sie haben es mit verletzten oder verstörten Tieren zu tun, mit ausgesetzten oder misshandelten. Es kann auch sein, dass du dich von einem Schützling trennen musst, weil er vermittelt wurde oder in einen anderen Zoo umzieht. Du bist nicht der Besitzer des Tieres, sondern sein Pfleger. Das muss dir immer bewusst sein.
  • Du musst flexibel sein.
    In vielen Bereichen arbeitest du in Schichten und/oder am Wochenende. Außerdem kann es Notfälle oder ein besonders hohes Arbeitsaufkommen geben, so dass du länger bleiben musst.
Eine Landschildkröte sitzt in ihrem Terrarium und schaut aus dem Fenster
Auch Schildkröten können Tiere sein, um die du dich kümmerst.

Was verdient ein Tierpfleger?

Schon während der Ausbildung erhältst du ein Gehalt. Dieses ist durch einen Tarifvertrag geregelt, der im gesamten Bundesgebiet gilt.

Aktuell verdienst du im öffentlichen Dienst:

  • im ersten Ausbildungsjahr 987 €
  • im zweiten Ausbildungsjahr 1041 €
  • im dritten Ausbildungsjahr 1091 €

Was du nach deiner Ausbildung verdienst, hängt vom jeweiligen Tätigkeitsfeld ab. Als Berufseinsteiger verdienst du natürlich erst einmal weniger als jemand, der schon viel Berufserfahrung mitbringt.

Bist du im öffentlichen Dienst beschäftigt, zum Beispiel in einem Zoo, kannst du langfristig zwischen 2400 € und 2900 € brutto verdienen. Hier kannst du dazu mehr lesen. Als Tierpfleger im Tierheim sind es zwischen 1500 € und 2200 € brutto.

Am besten bezahlt werden oftmals Stellen in der Forschung und bei Versuchslaboren, doch in diesem Bereich wollen nur wenige Tierpfleger arbeiten.

Fazit

Als Tierpfleger zu arbeiten, ist weniger romantisch, als es sich anhören mag. Es ist ein Beruf, der körperliche Belastbarkeit erfordert und auch emotional anstrengend sein kann. Je nach gewähltem Tätigkeitsfeld hast du keinen oder nur wenig direkten Kontakt zu den Tieren. Du trägst mit deiner Arbeit jedoch aktiv dazu bei, dass es deinen Schützlingen gutgeht und sie sich wohlfühlen. Genau das macht diesen Beruf zu etwas sehr Wichtigem und damit verbunden sind ganz oft viele schöne Momente.

Möchtest du gerne als Tierpfleger arbeiten?
Was reizt dich an diesem Beruf besonders?
In welchem Bereich würdest du gerne arbeiten?

Wir freuen uns sehr über deinen Kommentar.


Bildcredit: (c) frantic00 / Depositphotos.com


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Ich bin Nima und lebe zusammen mit drei liebenswerten Hunde-Mädels. Als ausgebildete Hundetrainerin liegt mir ein respektvoller Umgang mit unseren Vierbeinern sehr am Herzen.

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